Die ersten 14 Tage mit deinem Welpen: Abholung, erste Nacht, Eingewöhnung

Ein Welpe darf erst mit über acht Wochen von der Mutter getrennt werden — das regelt die Tierschutz-Hundeverordnung. In den ersten 14 Tagen zählt vor allem Ruhe: Welpen schlafen rund 18 bis 20 Stunden am Tag. Lass deinen Welpen die ersten Nächte in deiner Nähe schlafen, statt ihn allein in den Flur zu verbannen. Wenige Reize, wenige Besucher und ein früher Tierarzt-Check sind die beste Eingewöhnung.

Abholung: Warum acht Wochen das gesetzliche Minimum sind

Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Das ist keine Empfehlung, sondern Gesetz: § 2 Absatz 4 der Tierschutz-Hundeverordnung. Der Grund: In diesen Wochen lernt der Welpe von Mutter und Geschwistern Beißhemmung und Hundesprache — Dinge, die du ihm später kaum beibringen kannst.

Bietet dir jemand einen jüngeren Welpen an, ist das ein Warnsignal für unseriöse Zucht oder illegalen Welpenhandel. Finger weg, auch wenn es schwerfällt.

Die Verordnung sagt noch etwas Wichtiges: Welpen bis zwanzig Wochen müssen mindestens vier Stunden am Tag Umgang mit einer Betreuungsperson haben. Plane die erste Zeit also großzügig — Urlaub oder Homeoffice sind ideal. Und falls du noch vor der Entscheidung stehst: Wie du den richtigen Hund für dein Leben findest, liest du im Ratgeber Passenden Hund finden.

Die erste Autofahrt: kurz, ruhig, gesichert

Rechtlich gilt dein Hund im Auto als Ladung und muss nach § 22 StVO gesichert sein — sonst drohen 35 Euro Bußgeld, bei Gefährdung 60 Euro plus ein Punkt in Flensburg (Stand: Juli 2026). Für die Abholfahrt heißt das: Transportbox oder eine zweite Person, die den Welpen auf dem Rücksitz auf einer Decke betreut.

Bitte den Züchter um ein Tuch mit dem Geruch von Mutter und Wurfgeschwistern. Das klingt banal, beruhigt aber enorm — in der Box und später am Schlafplatz.

Die erste Autofahrt prägt. Je entspannter sie läuft, desto leichter werden alle weiteren.

Tag eins: ankommen lassen statt bespaßen

Zu Hause angekommen, trage den Welpen zuerst zur künftigen Lösestelle — nach der Aufregung muss er fast sicher. Danach darf er die Wohnung in seinem Tempo erkunden. Zeig ihm Schlafplatz, Wasser und seine Ruhezone. Mehr Programm braucht Tag eins nicht.

Beim Futter gilt: erst mal nichts ändern. Füttere in den ersten Tagen das, was er vom Züchter kennt. Der Umzug ist Stress genug, eine Futterumstellung obendrauf reizt Magen und Darm. Falls du wechseln willst, misch das neue Futter über ein bis zwei Wochen langsam unter.

Und sag Freunden und Familie ab, so schwer es fällt. Dein Welpe hat gerade Mutter, Geschwister und alles Vertraute verloren. Was er jetzt braucht, sind wenige Bezugspersonen und viel Ruhe — nicht die Besucherparade.

Die erste Nacht: Nähe ist kein Erziehungsfehler

Der alte Rat lautete: Welpe in den Flur, Tür zu, Weinen ignorieren — sonst verwöhnst du ihn. Dieser Rat ist überholt. Dein Welpe hat gerade seine gesamte Familie verloren. Allein in einem fremden Raum zu schreien lehrt ihn nicht Selbstständigkeit, sondern nur, dass niemand kommt, wenn es ihm schlecht geht.

Die moderne Sicht: Nähe zulassen. Stell Körbchen oder Box direkt neben dein Bett. Wird er unruhig, reicht oft eine Hand am Körbchen. Meldet er sich nachts, trag ihn wortlos zur Lösestelle — Welpenblasen halten noch nicht durch — und danach zurück ins Bett.

Neben deinem BettAllein im Flur
Stress in der ersten Nachtgering, Nähe beruhigthoch, oft stundenlanges Weinen
Stubenreinheitdu hörst ihn rechtzeitigUnfälle bleiben unbemerkt
Vertrauensaufbaustartet sofortstartet mit einem Bruch

Soll der Hund später woanders schlafen? Kein Problem: Der Schlafplatz kann Schritt für Schritt umziehen, sobald er angekommen ist.

Ruhebedarf: 18 bis 20 Stunden Schlaf sind normal

Welpen brauchen rund 18 bis 20 Stunden Schlaf und Ruhe am Tag. Das ist keine Faulheit, sondern Entwicklungsarbeit: Im Schlaf verarbeitet das Gehirn neue Eindrücke und festigt Gelerntes.

Das Tückische: Übermüdete Welpen wirken selten müde. Sie drehen auf, zwicken in Hände und Hosenbeine, rasen durch die Wohnung. Viele Halter lesen das als „der braucht noch Auslastung“ — und legen noch Programm nach. Genau falsch. Ein aufgedrehter Welpe braucht meist Hilfe beim Runterkommen: ab in die Ruhezone, Reize runterfahren, ruhig daneben bleiben.

Etabliere von Anfang an feste Ruhephasen nach jedem Erlebnis. Und mach den Rückzugsort zur Tabuzone: Wenn der Welpe dort liegt, wird er nicht angefasst. Das gilt auch für Kinder und Besuch — ohne Ausnahme.

Das Sozialisierungsfenster: bis etwa zur 16. Woche

Bis etwa zur 14. bis 16. Lebenswoche ist dein Welpe besonders offen für Neues. In dieser sensiblen Phase speichert er ab, was zur normalen Welt gehört: Straßenlärm, Fahrräder, Kinder, freundliche Hunde, verschiedene Untergründe. Was er jetzt positiv kennenlernt, macht ihm später deutlich seltener Angst.

Entscheidend ist die Dosis. Sozialisierung heißt nicht, den Welpen durch die Fußgängerzone zu schleifen und auf jeden Hund zuzuschieben. Es heißt: kurze, positive Begegnungen, aus denen er als Gewinner herausgeht — und danach Ruhe zum Verarbeiten. Wenige neue Eindrücke am Tag reichen.

Und keine Panik: Das Fenster schließt sich nicht schlagartig, Hunde lernen ein Leben lang. Aber die frühen Wochen wiegen schwer. Nutze sie mit Bedacht, nicht mit Druck.

Tierarzt-Erstcheck und Impfplan

Vereinbare für die erste Woche einen Erstcheck beim Tierarzt — nicht erst, wenn etwas ist. Geprüft werden Allgemeinzustand, Herz, Zähne, Gewicht und der Mikrochip; außerdem besprecht ihr Entwurmung und Impfplan. Nimm Impfpass und Unterlagen vom Züchter mit.

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt die Grundimmunisierung gegen Staupe, Parvovirose und HCC im Alter von 8, 12 und 16 Wochen, gegen Leptospirose mit 8 und 12 Wochen — Auffrischung jeweils im Alter von 15 Monaten (Stand: Juli 2026). Die Tollwutimpfung ist ab der 12. Woche möglich. Die erste Impfung hat meist schon der Züchter erledigt — die weiteren Termine gehören dir.

Kleiner Tipp: Gestalte den ersten Besuch positiv. Leckerli mitnehmen, auf dem Behandlungstisch füttern, selbst entspannt bleiben. Ein Hund, der gern zum Tierarzt geht, ist Gold wert.

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Häufige Fragen

Wo soll mein Welpe die erste Nacht schlafen?

In deiner Nähe — am besten in Körbchen oder Box direkt neben deinem Bett. So fühlt er sich sicher, und du hörst rechtzeitig, wenn er nachts zur Lösestelle muss. Der Schlafplatz kann später schrittweise umziehen, wenn du das möchtest.

Darf ich einen Welpen mit sieben Wochen abholen?

Nein. Die Tierschutz-Hundeverordnung (§ 2 Abs. 4) schreibt vor, dass ein Welpe erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden darf. Eine frühere Abgabe ist ein Warnsignal für unseriöse Anbieter oder illegalen Welpenhandel.

Wie viel Schlaf braucht ein Welpe?

Rund 18 bis 20 Stunden am Tag, verteilt auf viele Nickerchen. Übermüdete Welpen wirken oft aufgedreht statt müde. Dann hilft aktive Ruhe — nicht noch mehr Programm.

Wann muss der Welpe zum ersten Mal zum Tierarzt?

Am besten in der ersten Woche nach dem Einzug zum Erstcheck. Die Grundimmunisierung läuft nach StIKo-Vet-Empfehlung im Alter von 8, 12 und 16 Wochen, mit Auffrischung nach 15 Monaten. Tollwut ist ab der 12. Woche möglich.

Wie lange dauert die Eingewöhnung eines Welpen?

Die ersten 14 Tage sind die intensivste Phase, richtig angekommen ist ein Welpe oft erst nach einigen Wochen. Ruhe, Routine und wenige Bezugspersonen beschleunigen die Eingewöhnung mehr als jedes Programm.

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Quellen

gesetze-im-internet.de/tierschhuv/BJNR083800001.html · openagrar.de/receive/openagrar_mods_00085917 · vetmeduni.ac.at/fileadmin/v/tierhaltung/Handout_Luescher_Welpene · tierschutz.vdh.de/hundegesundheit-a-z/impfungen · arag.de/rechtsschutzversicherung/verkehrsrechtsschutz/hund-und-k
Stand: 2026-07-06 · Geprüft: Alexander Kaminski — Redaktion Welcher Hund?